Während wir uns in der vorlesungsfreien Zeit befinden, bestreiken Schüler*innen und Student*innen heute den ersten Tag des Schuljahres in Hong Kong. Sie versuchen ihre Rechte zu verteidigen. Leider bleibt der Rückgang von Demokratie auch vor dieser Weltregion nicht stehen.
Unsere Gedanken sind bei ihnen und allen anderen Bewohner*innen Hong Kongs!
Eine der größten innerstädtischen Flächen, die sich noch im Eigentum der Stadt Marburg befinden und damit überhaupt noch einen gewissen Handlungsspielraum im Bezug zu Stadtentwicklung zulassen, soll von einer Stiftung der Familie Pohl gekauft werden. Ein breites Aktionsbündnis aus der Zivilgesellschaft versucht den Verkauf zu verhindern. Bei der Fläche handelt es sich um den Parkplatz, der in der Nähe des Traumas und anderer Kulturangebote liegt. Die Kultureinrichtungen wären darüber hinaus im Folge des Verkaufs massiv in ihrer Existenz gefährdet.
Das nächste Treffen findet am Mittwoch, den 21.08.19 im Trauma im G-Werk statt. Folgender Text ist aus der Einladung entnommen:

Der Paritätische Gesamtverband hat jüngst eine Studie vorgelegt, die anhand amtlicher Daten festhält, dass die bestehende soziale Ungleicht weiter zunimmt. Kinder aus armen Familien, so die Studie, werden ärmer, wohingehen Kinder aus den oberen Schichten reicher werden. Die Einkommensarmut der Familien resultiert schließlich, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, in „Frust, Resignation, weniger Bildungserfolg und höhere[r] Krankheitsanfälligkeit“.
Gestern am 29. Juli war Erdüberlastungstag, das heißt die Menschheit hat bereits jetzt die theoretisch vorhanden Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht und lebt ab jetzt auf Pump. Schulden, die kommende Generationen zu begleichen haben. In Deutschland war der Erdüberlastungstag darüber hinaus schon am 3. Mai.
Marburg schmückt sich zwar mit allerlei Label, wie beispielsweise FairTrade Stadt, aber diese Kosmetikpolitik reicht nicht! Auch der jüngst ausgerufene Klimanotstand hilft nichts, wenn dem Ausruf keine konkreten Maßnahmen folgen. Die Stadt und selbstverständlich auch die Universität Marburg können noch einiges tun, um ihren globalen Fußabdruck zu senken. Es ist höchste Zeit!
Einige Ideen haben wir bereits im Kontext der diesjährigen Hochschulwahl vorgestellt:
Pressemitteilung des Bündnis gegen Rechts Marburg
Seit einigen Wochen müssen wir feststellen, dass die Präsenz von extrem rechter Propaganda in der Stadt und der Umgebung sehr stark zugenommen hat. Mittels rassistischen Flugblättern, Plakaten und Stickern versuchen unterschiedliche Naziorganisationen ihre menschenverachtenden Inhalte in den öffentlichen Raum zu tragen. Die Stränge der Organisationen laufen in Marburg immer wieder bei der Burschenschaft Germania zusammen.
Im Rahmen der Europawahl verteilte die Nazi-Kaderpartei der III.Weg in und um Marburg Flugblätter in Briefkästen. Bisher waren in Marburg nur wenig Aktivitäten der Partei zu verzeichnen, ihre Schwerpunkte liegen in Hessen im Raum Westerwald sowie in Fulda. Zuletzt führte die Partei im Februar einen Aufmarsch in Fulda durch, an dem 150 Nazis teilnahmen, darunter auch Personen aus Marburg. Personell führt die Spur in Marburg auf das Germanenhaus: kürzlich berichtete die Rechercheplattform LSA Rechtsaußen davon, dass Till Weckmüller, Mitglied der Marburger Burschenschaft Germania, aus seiner Zweitverbindung, der Halle-Leoboner Burschenschaft Germania ausgeschlossen wurde, weil er die Adresse des Verbindungshauses für die Kommunikation zwischen seiner Partei III. Weg und den Behörden benutzt hatte. Er sei nur unter der Prämisse Mitglied geworden, seine Parteiangelegenheiten privat zu halten, so die Rechercheplattform.

Wir haben uns ein wenig die diesjährigen Wahlergebnisse des Student*innenparlaments angeschaut. Daraus lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen:
- Wir haben geschafft zu wachsen und unsere Stimmenanteile von 12,50% auf 14,05% zu steigern. Außerdem haben wir das allererste Mal einen Vertreter im Senat der Universität Marburg und besetzen hierdurch einen von drei Sitzen die für die Student*innen reserviert sind. Wir sind bestrebt trotz des ungleichen Kräfteverhätlnisses zwischen Student*innen und Professor*innen im mächtigsten Gremium der Universität linke Inhalte umzusetzen.
- Der allgemeine Höhenflug der Grünen ist auch an den Hochschulen angekommen, ohne dass diese personell in der Lage wären ihre hohen Stimmenanteile auch tatsächlich auszufüllen. Hinzu kommt, dass mit dem Wegfallen der Mensaristischen Einheitspartei (MEP) zusätzliche Wähler*innen sich neu orientieren konnten. Leider scheint das studentische Engagement für den Klimaschutz, zum Beispiel bei Fridays for Future - Marburg, jedoch in Marburg eher begrenzt zu sein. Diese Wahlen wären ein guter Anlass das zu ändern.
- Die Liberale Hochschulgruppe (LHG; FDP-Hochschulgruppe) hat es mit einer populistischen Kampagne gegen die Strukturen der Verfassten Studierendenschaft geschafft in vermehrtem Ausmaß konservative Studierende zu mobilisieren, allerdings wohl auch zu Lasten des RCDS.
- Letzterer hat es mit seinem deizidiert antifeministischen Diskurs glücklichweise nicht geschafft auf fruchtbaren Boden zu treffen.
- Die Jusos befinden sich weiterhin im stetigem Abwärtstrend, was die Wahlanteile angeht, so hatten sie 2017 noch 7 Sitze, inzwischen jedoch nur noch 5. Dies ist allerdings wenig überraschend angesichts des aktuellen Zustandes der SPD.
Schlussendlich hoffen wir, dass dieses Ergebnis, welches eine deutliche Stärkung der jetzigen AStA-Koalition aus CampusGrün Marburg - Grüne Hochschulgruppe, Fachschaftspower Uni Marburg, Juso-Hochschulgruppe Marburg und SDS.dielinke bedeutet (von 26 auf 32 Sitze) uns allen ordentlichen Rückenwind dabei gibt auch im kommenden Jahr emanzipatorische Politik für eine solidarische und weltoffene Uni Marburg zu betreiben. ![]()
Wir als SDS.dielinke Marburg stehen ganz klar zu der Existenzberechtigung Israels. Wie man von der Veranstaltung auf das Absprechen dieser Berechtigung kommt, können wir nicht nachvollziehen. Gleichzeitig kritisieren wir die rechtsnationale Regierungspolitik und die völkerrechtswidrige Besatzungs- und Siedlungspolitik Israels. Dazu haben wir mit Nirit Sommerfeld eine deutsch-israelische Künstlerin eingeladen, die sich für „Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern“ einsetzt und eigene Erfahrungen mit einfließen lassen kann. Wir glauben, dass viel mehr gewonnen wäre, wenn man sich anhört, was Sommerfeld zu sagen hat.
Seit heute Morgen ist das Kneipenkollektiv Havanna Acht besetzt. Es wurde durch immense Mieterhöhungen nach über 30 Jahren aus seinen Räumlichkeiten vertrieben. Vor Monaten haben wir schon in der Studierendenschaft auf den Einzug haltenden Trend der Verdrängung linksalternativer Projekte in der Stadt hingewiesen.
Seit Wochen gibt es in der Stadt bereits verschieden Soliaktiontionen. Es ist höchste Zeit das Havanna Acht zu verteidigen! Für mehr linke und alternative Freiräume in Marburg und darüberhinaus!
Solidarität mit den Besetzer*innen!