Wir begrüßen sehr, dass sich das marburger Studierendenparlament auf unsere Initiative hin soeben für eine Aufarbeitung von Berufsverboten und Radikalenerlass an der Uni ausgesprochen hat. Der eingebrachte und ohne Änderungsanträge vom Studierendenparlament mehrheitlich angenommene Antrag im Wortlaut:
Die Amtsträger der Student*innenschaft und darüber hinaus insbesondere die studentischen Mitglieder des Senats der Philipps-Universität Marburg werden dazu aufgefordert einen historischen Aufarbeitungsprozess zur Umsetzung und praktischen Handhabe des „Erlasses zur Beschäftigung von Radikalen im öffentlichen Dienst“ [Radikalenerlass] vom 28. Januar 1972 an der Universität in Gang zu setzen und kritisch zu begleiten.
Fragen, die dabei in den Blick gefasst werden sollten sind unter Anderem: Inwieweit und wenn ja in welchem Maße sind Student*innen bereits in ihrem Studium Opfer von Berufsverboten geworden? Wurden Student*innen etwa die Beschäftigung als Hilfskräfte aufgrund dieses Erlasses verweigert? Wurde Wissenschaftler*innen die Beschäftigung im Lehr- und Forschungsbetrieb aufgrund dieses Erlasses verweigert? Hat der Erlass Einfluss auf professorale Berufungsverfahren an den Fachbereichen gehabt?
Darüber hinaus solidarisiert sich die Verfasste Student*innenschaft mit dem, von Berufsverbot an der LMU München bedrohten, Wissenschaftler Kerem Schamberger.