Studierende kämpfen trotz Abmahnungswelle weiter gegen Zensur - Kritik an Sexismus und sexualisierter Gewalt darf nicht eingeschränkt werden
Nach einer gemeinsamen Aktion gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und die sogenannte "Pick-Up-Szene" erhielten mehrere Studierendenvertretungen und -verbände Abmahnungen von einer Medienkanzlei. Die beteiligten Organisationen haben Artikel aus einer Studierendenzeitung der Uni Frankfurt wiederveröffentlicht, nachdem den Frankfurter Studierenden untersagt wurde, sich öffentlich zu dem Themengebiet zu äußern. Begründet wurde diese Zensur unter anderem damit, dass die Studierenden damit ihr Mandat übertreten hätten. Die Aktion der Studierendenorganisationen sollte bekräftigen, dass eine Trennung von Hochschul- und Allgemeinpolitik nicht haltbar ist und zu willkürlicher Justiz führt. Tatsächlich ist es wichtig, dass Studierendenschaften sich gegen Sexismus und Gewalt einsetzen, auch wenn diese Phänomene nicht auf die Hochschule begrenzt bleiben.
Die selbstformulierten Unterlassungserklärungen der Studierendenorganisationen sind kein Schuldeingeständnis. Im Gegenteil: Die Organisationen sind immer noch der Meinung, dass es wichtig ist, sich zu politischen Themen äußern zu können. Die Erklärungen wurden abgegeben, weil es das Hauptanliegen der Studierenden ist, sich mit dem AStA Frankfurt zu solidarisieren und sich auf die Thematik an sich zu fokussieren. Schließlich ist es das Ziel der Studierenden, dass der AStA Frankfurt das Verfahren gewinnt. Das gezeichnete Drohszenario soll juristisch nicht versierte Studierende einschüchtern und demotivieren. Wir kritisieren ein Vorgehen per Abmahnungen scharf und solidarisieren uns insbesondere mit betroffenen Einzelpersonen.
Wir als Bündnis aus verschiedenen hochschulpolitischen Strukturen werden weiterhin für unser Recht auf Kritik an Sexismus auf dem Campus und darüber hinaus kämpfen und den Forderungen nicht nachkommen.
Unterstützer*innen:
SDS.die Linke Hochschulgruppe Marburg
AStA Uni Marburg
AStA FU Berlin
AStA Uni Lüneburg
campus:grün köln
Campusgrün Bundesverband grüner und grün-alternativer Hochschulgruppen
Die Linke.SDS
freier zusammenschluss von student*innenschaften
Juso-Hochschulgruppe Würzburg
Juso-Hochschulgruppen
Referat Gleichstellung und Referat Aktion der StuV Uni Würzburg
Aufzeichnung vom Vortrag von Varoufakis in Marburg
Yanis Varoufakis (DiEM25.org): Europa vom Kopf auf die Füße stellen! – Am „Europa vom Kopf auf die Füße stellen“ lautete der Titel der Veranstaltung, die die Bundestagsfraktion DIE LINKE organisiert und dazu den früheren Finanzminister Griechenlands eingeladen hatte. Viele Genoss*innen des marburger SDS haben dieser Veranstaltung beigewohnt und dort teils auch tatkräftig Unterstützung geleistet. Viele Besucher_innen konnten wegen Überfüllung nicht mehr in das TTZ eingelassen werden. Deshalb veröffentlichen auch wir hier diese Aufzeichnung der Veranstaltung von weltnetz.tv, der Plattform für linken, unabhängigen Videojournalismus.
Keine Zensur von Kritik an Sexismus - Studierendenschaften und Studierendenverbände veröffentlichen "verbotene" Kritik an Pick-up-Artists
Der SDS Marburg unterstützt folgende Erklärung:
Am heutigen Freitag setzen bundesweit zahlreiche Studierendenvertretungen und -verbände ein Zeichen gegen sogenannte "Pick-up-Artists". Sie veröffentlichen zeitgleich um 11 Uhr zwei Artikel zum Thema, auf deren Publikation sich eine Verurteilung seitens des Oberlandesgerichts Frankfurt bezieht.(1)
Anlass für unser gemeinsames Auftreten ist der Gerichtsprozess, in welchem sich aktuell die Studierendenschaft der Universität Frankfurt befindet. In ihrer studentischen Zeitung sind zwei Artikel veröffentlicht worden, die sich gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und "Pick-up-Artists" im Besonderen wenden. Gegen diese Artikel wurde von einem "Pick-Up-Artist" Beschwerde eingelegt, weil er und seine Tätigkeiten am betreffenden Campus kritisiert werden. Nachdem das Landgericht die Beschwerde im Sinne des Presserechts abgelehnt hat, ging er in die nächste Instanz. Beim Oberlandesgericht erreichte er eine einstweilige Verfügung, weil die Studierendenvertretung mit der Freigabe eines solchen Artikels zum einen Persönlichkeitsrechte verletze, aber vor allem auch ihr Mandat überschritten hätte. Das heißt, zur Debatte steht damit auch die Kritik an Sexismus und die Frage, ob und wie Studierendenvertretungen eine solche üben dürfen.
Vollversammlung marburger Studierender verabschiedet Resolution
Studierende fordern mehr Sozialwohnungen, mehr selbstverwalteten Wohnraum, weitere Wohnheimplätze sowie die Gleichbehandlung von Menschen mit Migrationserfahrung und im Asylverfahren auf Wohnungssuche
Pressemitteilung zum Auftritt der Bundeswehr auf der Orientierungsmesse „Kompass“

Am vergangenen Samstag, den 23. Januar 2016, fand in der Großsporthalle Georg-Gassmann-Stadion eine Orientierungsmesse bzw. Berufsbörse für junge Menschen statt, die sich ihrer beruflichen Perspektive noch nicht klar sind und nach Anreizen für ihre Zeit unmittelbar nach dem Schulabschluss suchen. Veranstaltet wurde dies von dem Potenzialentwicklungsraum e.V., die Stadt Marburg war Schirmherr. Gerade für SchülerInnen war dies eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich über verschiedene Angebote zu informieren, was man nach dem Schulabschluss machen könnte – das ging von work&travel, welche Auslandsjahre ermöglichen wollen bis hin zu Arbeiterkind.de, welches Menschen aus nicht-akademischen Haushalten den Eintritt in das Studium erleichtern wollen. Von diesen vielen den SchülerInnen eine zivile, friedliche Zukunft ermöglichenden Beispielen abgesehen war leider auch die Bundeswehr mit einem Stand und vielen Werbematerialien präsent. Für ein solches Auftreten hat die Bundeswehr viel Geld und geschultes Personal zur Verfügung, durch dessen es den BesucherInnen der Messe nicht möglich ist sich neutral über deren Tätigkeiten zu informieren. Problematisch ist es zudem, dass durch die räumliche Nähe des Bundeswehr-Werbestands zu den zivilen Angeboten ein Bild erzeugt wird, dass zwischen der Tätigkeit im Dienst einer Armee und bspw. einem Freiwilligen Sozialen Jahr kein grundsätzlicher Unterschied bestehe.
Rückblick: Podiumsdiskussion mit Sookee & Party

Wir haben einen großartigen Abend hinter uns gelassen: Knapp 150 interessierte Menschen sind ins Trauma im G-Werk zu uns gekommen – und Sookee aus Berlin. Zunächst sind Tobi und Mark mit ihr über ihre Erfahrungen als eine Vorreiterin emanzipatorischen Denkens & Handelns im HipHop ins Gespräch eingestiegen. So stellte Sookee doch recht spannend und kontrovers ihren Umgang mit Macker-Rappern in der Szene dar und zeigte gleichzeitig die ihren Erfahrungen nach hohen Hürden auf, sexistischem, rassistischem und anderem diskriminierenden und unemanzipatorischen Verhalten in der HipHop-Szene effektiv entgegen treten zu können. Daran anschließend hatten alle selbst die Gelegenheit, der "Quing of Berlin" auch mal Fragen zu Themen wie Kapitalismuskritik und Weltrevolution zu stellen und bekamen von ihr auch Einschätzungen zu den vorherrschenden nicht-emanzipatorischen Verhältnissen in anderen Musikgenres. Welchen Stellenwert all solche Dinge in ihrer künstlerischen Tätigkeit einnehmen, kam ganz sicher nicht zu kurz.
Die Party im Anschluss lud ein zu ausgelassenem Hedonismus: Tanz und Trank bei guter Musik, den ganzen Abend über aufgelegt von den beiden DJ_anes Squeeril und Palme.
Der Dank gilt an dieser Stelle
den Menschen aus Szene & Umgebung, die dieses Event publik gemacht haben,
allen in die Orga eingebundenen Menschen, auf der Party selbst, am Eingang, hinter der Theke,
den Menschen vom Trauma im G-Werk, die uns Getränke & Raum zur Verfügung gestellt haben,
den DJ_anes Squeeril und Palme für die gute Mukke,
Bonnie und Nora, die Awareness-Arbeit für uns geleistet haben,
Sookee, dass sie sich für die Podiumsdiskussion Zeit genommen hat,
sowie natürlich allen anderen: Danke, dass ihr alle da wart!
Resolution des Studierendenparlamentes: NEIN zum Bundeswehreinsatz in Syrien!
Wir begrüßen sehr, dass sich das marburger Studierendenparlament soeben klar gegen das jüngst im Bundestag durchgewunkene Bundeswehrmandat ausgesprochen hat. Der eingebrachte und vom Studierendenparlament unverändert und überwiegend mehrheitlich angenommene Antrag im Wortlaut:
Das Studierendenparlament der Philipps-Universität Marburg lehnt den im Bundestag beschlossenen Bundeswehreinsatz in Syrien strikt ab. Wir fordern die Bundesregierung, aber auch alle anderen Verantwortlichen in Politik und Zivilgesellschaft sowie jede Einzelperson dazu auf, sich für eine zivile Lösung des Konfliktes einzusetzen. Der Islamischer Staat darf nicht durch Logik der Gewaltspirale gestärkt werden!
StuPa Marburg solidarisiert sich mit den streikenden Studierenden in Landau
Wir begrüßen sehr, dass sich das Studierendenparlament soeben mit den streikenden Studierenden der Universität Koblenz-Landau auf dem Campus Landau solidarisiert hat. Der einstimmig angenommene Antrag im Wortlaut:
Die Marburger Studierendenschaft solidarisiert sich mit dem seit dem 23.11.2015 andauernden Streik der Studierenden der Uni Koblenz-Landau am Campus Landau. Die Studierenden protestieren gegen unzumutbare Studienbedingungen vor Ort. So sind etwa 60 Leute in einem Seminar zur Normalität geworden, während die UB nach wie vor als eine der, wenn nicht die, schlechtesten der BRD gilt.
Daher rufen wir alle dazu auf ebenfalls solidarisch zu sein und diese Solidarität durch eine Unterstützung der Demonstation der Studierenden am 16.12.2015 in Mainz praktisch werden zu lassen.
Gegen schlechte Studien- und Arbeitsbedingungen in Landau und überall! Kampf der zunehmenden Ökonomisierung der Hochschulen und des Studiums!