Als wohl inzwischen politisch aktivste Hochschulgruppe an der Uni Marburg bieten wir neben studentischer Interessenvertretung in AStA, StuPa und Senat ein breit aufgestelltes Bildungsprogramm. So organisieren wir inzwischen jedes Semester Vortragsreihen, Lesekreise und Seminare mit besonders kritisch-politischem Anspruch zu den verschiedensten Themen.

Darüber hinaus bewerben wir selbstverstänlich auch Veranstaltungen bspw. des AStA's oder anderer Organisator*innen – sofern wir diese Termine für merkenswert halten.

Der SDS als Plattform für kritische Wissenschaften

Wir organisieren an der Uni regelmäßig Lesekreise zu vielen links-politischen Theoretiker*innen bzw. Themen. Aktuell bietet unser Lesekreis, in dem wir uns Didier Eribon's aktuelles Buch "Rückkehr nach Reims" erarbeiten, reichlich Raum für spannende und kontroverse Diskussionen. Daneben organisieren wir diverse Vortragsreihen, wie auch bereits die letzten Jahre, bspw. zu 'Feminismus in Theorie und Praxis', die 'Antifaschismus'- und 'Marx'Erben*'-Reihe in den letzten Semestern, sowie verschiedene andere Diskussionsveranstaltungen wie bspw. "Refugees Welcome - Praktisch machen". Auf Grundlage dieser Veranstaltungen und interner Weiterbildung erschließen wir zur Zeit verschiedene Facetten des Feminismus, um eine stärker feministisch ausgerichtete Gruppenpraxis zu erarbeiten und zu leben.

Auf den Punkt gebracht: Wir wagen den Versuch, Kritische Wissenschaften als Möglichkeit zur Veränderung der Welt durch die Verbreitung kritischen Bewusstseins und zur Veränderung des Selbst zusammenzudenken und zusammenzuführen.

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neuer SDS-Lesekreis: Didier Eribon – "Rückkehr nach Reims"

Ein homosexueller Sohn eines kommunistischen Industriearbeiters verkracht sich mit seiner Familie und flieht zum Studium nach Paris. In dem liberalen Großstadt-Umfeld findet er ein neues Leben, steigt sogar zum Professor der Soziologie auf. Erst nach dem Tod seines Vaters kehrt er in seine Heimatstadt Reims zurück und trifft seine Mutter wieder. Beim Betrachten seiner Fotos aus Kindheitstagen wird ihm bewusst: Er ist ein Arbeiterkind, nur Begabung und Glück haben ihm einen sozialen Aufstieg verschaffen können. Er merkt, dass er über all die Jahre kein Problem hatte, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, verspürte aber eine soziale Scham, wenn es um seine Klassenherkunft ging.

Seit diesem Erlebnis setzt sich Didier Eribon selbstkritisch mit einer linksliberalen Theorie auseinander, welche das Klassendenken aus der Linken herausnahm und sich auf eine akademische, leicht elitäre Linke beschränkte. In seinem Buch „Rückkehr nach Reims“ untersucht er – halb Autobiographie, halb soziologische Untersuchung –, wie es dazu kommen konnte, dass Menschen aus der (französischen) Arbeiterklasse früher automatisch links (Sozialisten oder Kommunisten) wählten, diese heute aber ein bedeutendes Wählerpotenzial für den rechtsradikalen Front National abbilden. Seiner Analyse nach trägt die politische Linke hierfür einen selbstverschuldeten Anteil, weil das an sich richtige Eintreten für Minderheitenrechte zu sehr die Klassenfrage in den Hintergrund drängte.

Die Hochschulgruppe SDS.dielinke bietet zum Sommersemester zu diesem im letzten Jahr viel gelesenen und diskutierten Buch einen Lesekreis an:

Ab dem 08. Mai immer montags, 18 Uhr im Hörsaalgebäude +2/0120.

Interessierte sind herzlich willkommen!

Podiumsdiskussion: Wege zum Sozialismus? Kapitalismus in der Krise – Debatten über systemüberwindende Alternativen

Im Rahmen unserer derzeitigen Veranstaltungsreihe „kritische Perspektiven auf …“ haben wir
am kommenden
Donnerstag, 02.02.2017 um 20 Uhr
im HSG +1/0120

eine weitere Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt!

Mit diskutieren werden: Transformationstheoretiker Dr. Lutz Brangsch von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Henning Märcherle von der DKP Gießen, Martin Delius vom Bundesvorstand des Forum Demokratischer Sozialismus und Vertreter*innen der Föderation Deutschprachiger Anarchist*innen:

Wo bitte schön geht es zu einer nachkapitalistischen Gesellschaft? Diese Frage beschäftigt linke Kräfte seit ihrer Existenz. Meistens geht es dabei um die Frage, ob es möglich ist, durch Reformen auf friedlichem Weg im Rahmen der bürgerlichen Demokratie in den Sozialismus hineinzuwachsen oder ob es dafür den revolutionären Bruch mit den bestehenden Institutionen braucht. Die deutsche Linke hat sich bereits 1917-19 an dieser Frage in verschiedene Parteien gespalten. Diese Debatte soll weitergeführt werden:

Henning Mächerle ist nicht nur in der Kommunistischen Partei, sondern auch in der Roten Hilfe und der VVn-BdA aktiv. Als geschulter Leninist vertritt er ein orthodoxes Revolutionsverständnis und lehnt sich dabei an den praktizierten Erfolgen des 20. Jahrunderts an.

Martin Delius ist vom sogenannten "Reformerflügel" der Partei Die Linke, die sich stark für soziale Veränderungen durch rot-rot-grüne Regierungskoalitionen ausspricht und vor allem in Ostdeutschland Einfluss hat.

Dr. Brangsch vertritt dabei den neuen Ansatz, beides in Form einer allgemeinen Transformationsstrategie zusammenzudenken. Diese verdeutliche, dass eine gesellschaftsverändernde Strategie mit konkreten, alltagsnahen Einstiegsprojekten verbunden sei müsse.

Vetreter des anarchistischen Bereichs (N.N.) werden eine ganz andere Sicht auf das Verhältnis von Reform und Revolution zu werfen wissen." Wir freuen uns auf eine spannende Veranstaltung und auf euer Kommen!

neue SDS-Vortragsreihe: kritische Perspektiven auf …

Wie nun fast jedes Semester haben wir als Gruppe auch auch für das Wintersemester 2016/17 wieder eine kritisch-politische Vortragsreihe auf die Beine gestellt. Nachdem wir im vergangenen Semester einen Blick auf feministische Theorie und Praxis im internationalen Kontext geworfen haben (vgl. Feminismus-Vortragsreihe), ist die nun anstehende Reihe nicht an ein Oberthema gebunden, vielmehr orientiert sie sich an aktuell dringenden und daher auch uns unter den Nägeln brennenden Themen.

Wir hoffen, dass für Euch alle der ein oder andere Vortrag auf Interesse stößt. In jedem Falle heißen wir Euch herzlichst willkommen!

Die Vorträge finden an unten aufgeführten Daten immer von 20 bis 22 Uhr im Raum +1/0120 im Hörsaalgebäude (Biegenstraße) hier in Marburg statt.

Abschlussveranstaltung unserer feministischen Vortragsreihe: Wissenschaftskritik der kurdischen Frauenbewegung

Sexualisierte Gewalt gegen (hetero cis-)Frauen wurde Anfang 2016 sichtbar – genauer: nicht überseh- und überhörbar. Statt eine gesamtgesellschaftlich umfassende Debatte über strukturellen Sexismus und Diskriminierung zu führen, wurden zutiefst rassistische von Ressentiments durchtränkte Äußerungen laut. Weiterhin ungehört bleiben Stimmen von PoC-Frauen*, Schwarzen-Frauen*, Geflüchteten und Migrantischen Frauen*. Von Trans*, Inter* und Queeren Personen.

Was in der Mehrheitsgesellschaft noch nicht angekommen ist, ist die Tatsache, dass das Patriarchat nicht erst importiert werden muss. Dieses ist hier fest in der Gesellschaft verankert und institutionalisiert. Sexistische Diskriminierung ist Alltag, hier und überall. Viele aktuelle Themen der Politik haben ganz offensichtlich eine spezifische Ebene der Unterdrückung von Frauen*.

unsere neue Marx Erben*-Reihe

Es ist wieder soweit - mit unserem dritten Teil der Marx-Erben Reihe werden erneut ein paar der klügsten Köpfe des Marxismus vorgestellt und zur Diskussion eingeladen:

Ernst Bloch ist der Philosoph der „konkreten Utopien“, der Tagträume, des Prinzips der Hoffnungen. Im Zentrum seines Denkens steht der über sich hinausdenkende Mensch und das „Noch- Nicht-Gewordene“, das für unser „Jetzt“ kennzeichnend ist.

Clara Zetkin war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Frauen- und Arbeiterbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute noch überraschen ihre Positionen und Überlegungen zu den Geschlechterverhältnissen, zu Bildung und Kultur, zu Krieg und Faschismus in ihrer Aktualität, Analyse und Genauigkeit.

Georg Lukács gilt als bedeutender Erneuerer einer marxistischen Philosophie und Theorie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk "Geschichte und Klassenbewußtsei" übte großen Einfluss auf die Kritische Theorie aus.

Eugen Paschukanis entwickelt den durch Rechtsverhältnisse vermittelten gesellschaftlichen Zusammenhang aus der politischen Ökonomie des Kapitalismus heraus. Danach sind Rechtsverhältnisse nicht ohne die konkreten sozialen Bedingungen analysierbar. Er arbeitete in den 1920er Jahren maßgeblich an dem sowjetischen Rechtssystem mit.

Wolfgang Abendroth prägte das linke Marburg nach dem Krieg wie kaum ein anderer. Er unterstützte die 68er-Revolte der Studierenden, forderte eine umfassende Demokratisierung der Hochschule und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich in Marburg eine linke und demokratische Kultur entwickeln konnte.

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Rückblick: Podiumsdiskussion mit Sookee & Party

Wir haben einen großartigen Abend hinter uns gelassen: Knapp 150 interessierte Menschen sind ins Trauma im G-Werk zu uns gekommen – und Sookee aus Berlin. Zunächst sind Tobi und Mark mit ihr über ihre Erfahrungen als eine Vorreiterin emanzipatorischen Denkens & Handelns im HipHop ins Gespräch eingestiegen. So stellte Sookee doch recht spannend und kontrovers ihren Umgang mit Macker-Rappern in der Szene dar und zeigte gleichzeitig die ihren Erfahrungen nach hohen Hürden auf, sexistischem, rassistischem und anderem diskriminierenden und unemanzipatorischen Verhalten in der HipHop-Szene effektiv entgegen treten zu können. Daran anschließend hatten alle selbst die Gelegenheit, der "Quing of Berlin" auch mal Fragen zu Themen wie Kapitalismuskritik und Weltrevolution zu stellen und bekamen von ihr auch Einschätzungen zu den vorherrschenden nicht-emanzipatorischen Verhältnissen in anderen Musikgenres. Welchen Stellenwert all solche Dinge in ihrer künstlerischen Tätigkeit einnehmen, kam ganz sicher nicht zu kurz.

Die Party im Anschluss lud ein zu ausgelassenem Hedonismus: Tanz und Trank bei guter Musik, den ganzen Abend über aufgelegt von den beiden DJ_anes Squeeril und Palme.

Der Dank gilt an dieser Stelle
den Menschen aus Szene & Umgebung, die dieses Event publik gemacht haben,
allen in die Orga eingebundenen Menschen, auf der Party selbst, am Eingang, hinter der Theke,
den Menschen vom Trauma im G-Werk, die uns Getränke & Raum zur Verfügung gestellt haben,
den DJ_anes Squeeril und Palme für die gute Mukke,
Bonnie und Nora, die Awareness-Arbeit für uns geleistet haben,
Sookee, dass sie sich für die Podiumsdiskussion Zeit genommen hat,
sowie natürlich allen anderen: Danke, dass ihr alle da wart!

What's Left? – Linke Diskurse, linke Praxis, linke Chancen

Der SDS lädt euch hiermit zu unserer Veranstaltungsreihe "What's Left? Linke Diskurse, linke Praxis, linke Chancen" ein, die jeden Mittwoch um 20 Uhr in Raum 00/0080 im Hörsaalgebäude stattfindet.

In dieser Reihe wollen wir uns vor allem mit aktuellen Debatten der gesellschaftlichen (und parlamentarischen) Linken in Deutschland und Europa auseinandersetzen. Zu den Themen gehören entsprechend die Situationen in Griechenland und Spanien, das neue deutsche Großmachtstreben, der kapitalistische Wohnungsbau und vieles mehr.

Die erste Veranstaltung findet nächste Woche am 06.05. statt und trägt den Titel "70 Jahre Ende 2. Weltkrieg - Zwangsarbeit, Kriegsgefangene und Umgang mit Deserteuren in Marburg". Referentin ist die Journalistin und Expertin in Lokalgeschichte Renate Bastian.

Wir freuen uns auf euern Besuch!